Und nach dem zweiten oder dritten WIFI-Kurs für Italienisch und einer halbwegs gelungenen Bestellung in einer ländlichen Trattoria mag man den Mut aufgebracht haben, sich über die Schwelle einer Buchhandlung der Feltrinelli-Kette zu wagen, eine lässiges „do un’occhiata“ – ich schau mich ja nur kurz um –  von sich gegeben zu haben, und unweigerlich vor der Latte der unzähligen Montalbano-Krimis von Andrea Camilleri gelandet zu sein.

Und in Erinnerung an die auch bei uns mit Erfolg synchroniserte und gelaufene Serie – einschließlich einer bei uns bekannten knackigen Katharina Böhm – mag man eines seiner Bücher aus der Latte klappen mit dem Gedanken, guter Einstieg, da kenn‘ ich mich aus, noch dazu ein Krimi, wird schon nicht so schwer sein für mein mediokres Italienisch.

Weit gefehlt, der Frust macht schon auf der ersten Seite breit, wenn man auf Vokabel stößt, die einem weder die hübsche Kursleiterin beigebracht hat, noch auf ewig besserwisserischen LEO-Seite zu finden sind, und wovor sogar der hochschultaugliche Treccani in die Knie geht.

Denn Camilleri, den das Altwerden derart langweilt, dass er pro Jahr mindestens zwei Romane veröffentlicht, schreibt im Original seinem Montalbano einen sizilianischen Dialekt in den Mund, von dem böse Zungen behaupten, dass nur er ihn selbst versteht. Wie auch immer, so wird gemauschelt, haben sich ein paar Norditaliener zusammengetan, die Camilleris Montalbano genau so wenig verstanden haben wie wir unbedarfte Österreicher, um ein Lexikon zusammenzustellen, das uns das Leiden erleichtern soll – hier ein paar erlösende Links:

 

Persönlicher Erinnerungsnachtrag:

Auch mein Groschen musste lange fallen, bis ich aus minni futtu das grammatikalisch korrekte me ne fotto („Ist mir scheißegal!“) herauszulesen vermochte.